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Barock und Rokoko 1575 bis 1795

Zuerst wurde die barocke Mode bestimmt vom Kleiderstil des reichen Flämischen Bürgertums. Die Linienführung war nun nicht mehr gerade, sondern geschwungen und üppig schwellend. Große Spitzenkragen und breite Spitzenmanschetten waren charakteristisch.

Später entwickelte sich die barocke Mode am Hofe Ludwig des XIV. pompöser, Paris wurde regelrecht zum Modezentrum. Ein neues, wichtiges Element war die Perücke, wobei hier erwähnt werden muss, dass hauptsächlich die Herren Perücken trugen.

Das Barock gipfelte im Rokoko, das mancherorts auch als Spätbarock bezeichnet wird. Das Rokoko erreichte seinen Höhepunkt zur Zeit Marie Antoinettes. Mein hauptsächliches Augenmerk liegt hier auf dem Rokoko:

 

Damenrobe für den Tag

Hier wurde von mir eine weitgehend authentische Rokoko-Robe aus bedrucktem Baumwollstoff gearbeitet: Caraco, eine Art Jacke, zu der eine Jupe (Rock) getragen wurde, welche oft sogar in schönen Mustern abgesteppt war. Zu dieser Robe trägt die Dame eine Haube und die Bergère, einen Schäferhut aus Stroh.

 

Rokoko Caraco

Rokoko Jacke rococo jacket

Für den Tag ein Caraco bzw. eine Jacke mit Rock.

 

Formelle Kleidung, Ballkleidung, Hofkleidung, Grande Parure

Insbesondere am französischen Hofe getragen wurde die Robe à la Française, bestehend aus Rock (Jupe), Stecker und Manteau. Als Stecker wird das dreieckige Mittelteil bezeichnet. Dieser Stecker wurde vorn auf der Schnürbrust (Korsett) mit Nadeln befestigt, und daran wiederum die Vorderkanten des Manteaus. Das Manteau, das eigentliche Kleid, ist wie ein Mantel gearbeitet und hat hinten die typischen "Watteau-Falten", benannt nach dem Hofmaler Antoine Watteau, der diese Falten oft auf seinen Gemälden darstellte. Die Robe à la Française wird über einem Panier getragen. Hier zwei Beispiele:

 

robe a la francaise  watteaufalten

 Eine weitgehend authentische Robe à la Française aus apricotfarbenem Taft.

 

Robe a la Francaise blau Robe a la Francaise blau Rückseite

Robe à la Française aus blauer Seide

mit gezäcktem Aufputz.

 

Die typischen Watteau-Falten im

Rücken, hinten hochgerafft.

Die Robe à l' Anglaise ist ein Rokokokleid nach englischer Mode, bei dem der Kleidrücken anliegend gestaltet ist, die Watteaufalten

wurden sozusagen am Kleidrücken angenäht.

 

Weitgehend authentische Robe à l' Anglaise aus bestickter hellgelber und lindgrüner Seide.

 

 Rokoko Umhang

Außer Haus trug die Dame einen kurzen oder oberschenkellangen Umhang mit großer Kapuze.

 

Herrenkleidung im Rokoko

Der Herr trug ein Hemd mit Spitze oder Rüsche am Brustausschnitt. Das "angepinnte" Jabot kam erst im 19. Jahrhundert bei den Damen auf. Zudem trug der Herr eine schmale Kniehose (Culotte) mit Knieschnallen, die Weste und den Rock, genannt Justeaucorps, oder den Rokoko Frack. Mit Fortschritt der Mode wurden die Westen kürzer.

 

justeaucorps

justeaucorps

Weitgehend authentische Rokoko Justeaucorps.

 

rüschenhemd

rokoko weste

 

Rokoko Herrenanzug gestreift

Rokoko Herrenanzug Seide blau

Weitgehend authentische Rokoko Herrenanzüge (Frack) um 1770

 

Über dem Hemdkragen wurde eine Halsbinde getragen, die hinten am Hals durch eine Halsbindenschnalle geschlossen wurde. Es gab diese in Weiß oder in Schwarz (meistens für Beamte oder Militär).

 

Rokoko Halsbinde

 

Damen-Unterwäsche

Was trug die Dame unter dem Kleid? Neben einem oder mehreren Unterröcken das Panier, die Schnürbrust und die Chemise (Hemd). Die Chemise war gleichzeitig Nachtgewand. Wer es sich leisten konnte, wechselte die Chemise täglich.

Das Panier wurde unter größeren Roben getragen. Sie waren sogar eine Zeit lang eckig. Je breiter das Panier war, desto höhergestellt die Dame. Sie durfte in einem Saal mehr Raum einnehmen.

 

panier

Das Panier.

Chemise

Chemise und Schnürbrust.

Es gab im Rokoko den "Pompadour-Beutel" nicht. Unter dem Panier trug die Dame große, reich verzierte Hüfttaschen, in denen sie persönliche Dinge mit sich führte. Kleid, Rock und Panier haben über den Hüfftaschen jeweils Schlitze, durch welche die Dame in die Taschen greifen konnte.

 

Hüfttaschen

 

Als Unterbau für die Robe à l' Anglaise oder für eine Kombination von Rock mit Jacke dienen die "Poschen" bzw. "Pouches", zwei aneinander gebundene Hüftkörbe mit eingenähtem Boden. In diesen Körben konnten allerlei Dinge untergebracht werden. Die Poschen laden seitlich weniger aus als das Panier und sind darum bequemer zu tragen.

 

Rokoko Robe Poschen
Robe à l' Anglaise Die Poschen

 



Weitere Fotos der von mir gefertigten Rokoko-Kleider können Sie unter dem Menüpunkt "meine Kreationen" finden.