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Barock und Rokoko 1575 bis 1785

Zuerst wurde die barocke Mode bestimmt vom Kleiderstil des reichen Flämischen Bürgertums. Die Linienführung war nun nicht mehr gerade, sondern geschwungen und üppig schwellend. Große Spitzenkragen und breite Spitzenmanschetten waren charakteristisch.


Später entwickelte sich die barocke Mode am Hofe Ludwig des XIV. pompöser, Paris wurde regelrecht zum Modezentrum. Ein neues, wichtiges Element war die Perücke, wobei hier erwähnt werden muss, dass hauptsächlich die Herren Perücken trugen.

Das Barock gipfelte im Rokoko, das mancherorts auch als Spätbarock bezeichnet wird. Das Rokoko erreichte seinen Höhepunkt zur Zeit Marie Antoinettes.

 

Damengewand für den Tag

Hier wurde von mir ein authentisches Rokoko-Gewand aus bedrucktem Baumwollstoff gearbeitet: Caraco mit Jupe, also eine Art Jacke, zu der ein Rock getragen wurde, der oft sogar in schönen Mustern abgesteppt war. Zu diesem Gewand trägt die Dame eine Bergére, einen Schäferhut aus Stroh.

 

Rokoko Caraco

Rokoko Jacke Rock

Für den Tag eine Jacke bzw. ein Caraco mit Rock .

 

Formelle Kleidung, Ballkleidung, Hofkleidung, Grande Parure

Hauptsächlich am französischen Hofe getragen wurde die Robe à la Française, bestehend aus Rock (Jupe), Stecker und Manteau. Der Stecker ist das dreieckige Mittelteil. Dieser separate Teil wurde vorn auf der Schnürbrust mit Nadeln befestigt, und daran wiederum die Vorderkanten des Kleides. Die Robe ist wie ein Mantel gearbeitet und hat hinten die typischen "Watteau-Falten", benannt nach dem Hofmaler Antoine Watteau, der diese Falten oft auf seinen Gemälden darstellte. Die Robe à la Française wird über einem Panier getragen.

 

robe a la francaise watteaufalten

Eine weitgehend authentische Robe à la Française aus apricotfarbenem Taft.

 

Robe Rokoko

Weitgehend authentische Robe à l' Anglaise aus hellgelber und lindgrüner Seide.

 

robe a la francaise

Weitgehend authentische Robe à la Française mit gezäcktem Ausputz.

 

watteaufalten jupe
Die typischen Watteau-Falten im Rücken. Die Jupe, der Rock zur Robe.

 

Herrenkledung im Rokoko

Der Herr trug ein Hemd mit Spitze oder Rüsche am Brustausschnitt. Das "angepinnte" Jabot kam erst im 19. Jahrhundert auf. Der Herr trug zudem eine Kniehose mit Knieschnallen, die Weste und den Rock, genannt Justeaucorps.

justeaucorps

justeaucorps

Authentische Rokoko Herrenanzüge.

 

rüschenhemd

rokoko weste

 

Über dem Hemdkragen wurde eine Halsbinde getragen, die hinten am Hals durch eine Halsbindenschnalle geschlossen wurde.

rokoko halsbinde

 

Damen-Unterwäsche

Was trug die Dame unter dem Kleid? Neben einem oder mehreren Unterröcken das Panier, die Schnürbrust und die Chemise (Hemd). Die Chemise war gleichzeitig Nachtgewand. Wer es sich leisten konnte, wechselte die Chemise täglich.

Das Panier wurde unter größeren Roben getragen. Sie waren sogar eine Zeit lang eckig. Je breiter das Panier war, desto höhergestellt die Dame. Sie durfte in einem Saal mehr Raum einnehmen.

 

panier

Das Panier.

Chemise

Chemise und Schnürbrust.

Es gab im Rokoko den "Pompadour-Beutel" noch nicht. Unter dem Panier trug die Dame große, reich verzierte Hüfttaschen, in denen sie persönliche Dinge mit sich führte. Kleid, Rock und Panier haben über den Hüfftaschen jeweils Schlitze, durch welche die Dame in die Taschen greifen konnte.

 

Hüfttaschen

 

Ein Rokokokleid, Robe à l'Anglaise genannt. Als Unterbau dienen die

"Poschen" bzw. "Pouches", zwei aneinander gebundene Hüftkörbe mit eingenähtem Boden.

In diesen Körben konnten allerlei Dinge untergebracht werden. Die Poschen laden seitlich weniger aus als das Panier und sind darum bequemer zu tragen.

 

Rokoko Robe Poschen
Robe à l' Anglaise Die Poschen

 

Der Unterschied zwischen Poschen und Panier unter dem Kleid:

robe a l anglaise

Anglaise mit Poschen

Anglaise mit Panier



Hier sehen Sie zwei Roben à l' Anglaise aus Jacquard bzw. besticktem Taft. Weitere von mir gefertigte Kleider können Sie unter dem Menüpunkt "Fotogalerie" finden.

 

Robe Anglaise

robe a l anglaise